Nachhaltig feiern bedeutet, Veranstaltungen so zu gestalten, dass sie möglichst wenig Ressourcen verbrauchen und soziale wie wirtschaftliche Aspekte im Blick haben. Green-Event-Konzepte beziehen sich auf den gesamten Ablauf der Veranstaltung: von der ersten Idee über die Durchführung bis zur Nachbereitung.
Was steckt hinter dem Begriff Green Event?
Ein Green Event ist mehr als eine Veranstaltung mit Mehrwegbechern. Mit dem Begriff verbinden sich Events, bei denen ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele bewusst miteinander in Beziehung gesetzt werden. Ökologisch heißt hier, Energieverbrauch, Emissionen, Abfall, Flächenverbrauch zu senken. Eventagenturen in Hamburg oder anderen Städten stellen dabei neben dem Thema Barrierefreiheit vor allem faire Arbeitsbedingungen bei den Dienstleistern sowie die Einbeziehung der Akteurinnen und Akteure vor Ort in den Vordergrund.
Wirtschaftlichkeit ist wichtig, die Maßnahmen sollten tragfähig sein und nicht bewirken, dass die Veranstaltung ihr Finanzierungsmodell aufgibt.
Nachhaltigkeit von Beginn an
Nachhaltigkeit ist nicht erst kurz vor der Veranstaltung zu bedenken, sondern bereits zu Beginn mit einzubeziehen. Zunächst muss überhaupt klar sein, was die Veranstaltenden bezwecken wollen. Sollen die CO₂-Emissionen messbar gesenkt werden? Soll das Restabfallaufkommen minimiert werden? Sollen möglichst viele regionale und saisonale Produkte im Catering angeboten werden? Ein Blick auf frühere Veranstaltungen zeigt, wo die meisten Hebel sind.
Eine der größten Entscheidungen ist die Wahl des Formats und des Ortes. Hybrid- oder Online Elemente können eine sinnvolle Möglichkeit sein, das Reiseaufkommen zu drücken. Bei Veranstaltungsformaten in Präsenz wird geraten, Standorte mit optimaler ÖPNV- und Radwegeanbindung und vorhandener Infrastruktur anstelle aufwendiger temporärer Bauten zu wählen.
Mit der Umsetzung moderner Gebäudetechnik etwa bei Heizung und Beleuchtung kann der Energieverbrauch zusätzlich gesenkt werden.
Maßnahmen während der Veranstaltung
In der Phase der Durchführung zeigt sich, ob geplante Maßnahmen im Alltag bestehen. Im Energiemanagement lassen sich Erfolge beispielsweise durch durchgängige Verwendung von LED-Technik, bedarfsgerechte Beleuchtung und moderate Temperaturvorgaben erzielen. Beziehen die Veranstaltungshäuser ihren Strom aus regenerativen Quellen, vermindert sich der CO₂ Fußabdruck zusätzlich.
Mobilität ist eine der größten Stellschrauben. Eine deutliche Ansage in der Einladung zu den ÖPNV-Anbindungen, zu Fahrradabstellmöglichkeiten und Sammeltransporten kann das Mobilitätsverhalten der Gäste beeinflussen. Die Kosten für die ÖPNV-Tickets können gleich in die Teilnahmegebühr einzurechnen sein, um einen weiteren Anreiz zu schaffen.
Im Abfallmanagement geht es um Vermeidung und sortenreine Erfassung. Einwegplastik, unnötige Give-aways und großformatige Einwegdeko lassen das Volumen und die Kosten der Entsorgung unnötig in die Höhe schnellen und sind vielfach durch Mehrweg- oder Leihsysteme ersetzbar. Recyclingstationen mit guter Beschilderung helfen bei der Trennung.
Der wichtigste Kernbereich ist allerdings das Catering. Empfehlungen setzen auf regionale, saisonale und möglichst biologische Produkte, kurze Wege, an die Teilnehmenden angepasste Portionen, damit weniger Lebensmittelabfälle entstehen. Die Menüplanung und Buffetgestaltung lassen sich so gestalten, dass beliebte Speisen möglichst früh nachgefüllt werden und Reste durch Nachbestellmöglichkeiten oder Spendenkooperationen möglichst niedrig gehalten werden.
Nachbereitung
Nachhaltige Eventkonzepte entfalten ihre ganze Wirkungskraft nur, wenn sie systematisch nachbereitet und die hieraus gewonnenen Erfahrungen in künftige Projekte eingespeist werden. Nach jeder Veranstaltung sind Kennzahlen zu erheben, etwa über den Energieverbrauch und Abfallmengen, den Mobilitätsmix der Teilnehmenden und den Anteil von regionalen Produkten im Catering.
Begleitend sollten Rückmeldungen und Befragungen von Gästen, Dienstleistern und aus dem eigenen Team Aufschluss geben über das Erleben und die Akzeptanz der Maßnahmen.
Nachhaltig feiern bedeutet damit nicht, hier und da einige Symbolmaßnahmen zu ergreifen, sondern Veranstaltungen als Prozess zu begreifen, die mit Zielen gestartet, konsequent geplant, sorgfältig durchgeführt und datenbasiert weiterentwickelt werden.